Anwalt- & Notarhaftung

Der Anwalt und sein Mandant: Ein Vertrauensverhältnis, bei Pflichtverletzung muss auch ein Anwalt haften. Die Pflichten des Anwalts ergeben sich in erster Linie aus dem konkreten Mandatsverhältnis: Entscheidend ist, ob etwa nur eine Beratung oder auch eine Vertretung nach außen hin erfolgen sollte.

  • Die Versicherung will nicht zahlen?
  • Die Verkäuferfirma einer ungewollten „Schrottimmobilie“ klagte den Kaufpreis ein?
  • Die Investition in einen Anlagefonds stellt sich als großer Fehler heraus?
  • Die Bank verlangt die Kreditzahlung aus einer Bürgschaft?

Sucht bei diesen Fragen der Mandant in seiner Verzweiflung einen Rechtsanwalt auf sucht er Hilfe durch Rat und Tat.

Die Pflichtverletzung des Anwalts, etwa eine falsche Beratung, die Versäumung einer Rechtsmittelfrist, die vergessene Aufklärung über die Wirkungen gerichtlicher Entscheidungen usw. muss für den bei dem Mandanten entstandenen Schaden kausal sein.

Die Einhaltung des Berufsrechts stellt für Rechtsanwälte nicht nur eine Pflicht dar, sondern sollte vor allem eine Selbstverständlichkeit sein. Eine Vielzahl der Verstöße gegen das Berufsrecht könnten durch zuverlässige und gut organisierte Erfüllung der rechtsanwaltlichen Tätigkeit von vornherein verhindert werden. Die dennoch immer wieder erfolgenden Verstöße gegen das anwaltliche Berufsrecht machen die Erforderlichkeit des Anwaltsgerichts jedoch deutlich. Da solche Ansprüche durchaus erheblich sein können, müssen alle Rechtsanwälte zwingend eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen.

Haftung des Notars – wenn der Notar ins Fadenkreuz gerät

Der Notar hat den Willen der Beteiligten zu erforschen, den Sachverhalt zu klären, die Beteiligten über die rechtliche Tragweite des Geschäfts zu belehren und ihre Erklärungen klar und unzweideutig in der Notariatsurkunde wiederzugeben (vgl. § 17 BeurkG).

Neues Urteil des Bundesgerichtshofs lässt auch die Notare stärker in die Pflicht nehmen. Nach der Bundesnotarordnung (BNotO) hat der Notar/die Notarin, der/die ein öffentliches Amt bekleidet, bei einer schuldhaften Verletzung der ihm/ihr anderen gegenüber obliegenden Amtspflichten Schadenersatz zu leisten.

Wann haftet der Notar?

Der Notar haftet nach dem zuvor Gesagten dem Auftraggeber, wenn er seine Verpflichtungen nicht mit der nötigen Sorgfalt erfüllt hat, auf den hierdurch entstandenen Schaden. Der Bundesgerichtshof hat die Haftung der Notare an Voraussetzungen geknüpft, die im Einzelfall vorliegen müssen. Dies zu prüfen ist notwendig, bevor man sich auf den beschwerlichen Weg gegen den beurkundenden Notar begibt. Notare sind auch Juristen und in eigenen Angelegenheiten Profis.

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