Umtausch und Reklamation – RBB Zibb vom 22.12.2010

(zur Sendung)

Am 22.12.2010 war Rechtsanwalt Sven Tintemann Studiogast bei der Sendung Zibb beim RBB Fernsehen.Die Themen Umtausch, Reklamation und Gutscheine kurz in der Zusammenfassung:

Umtausch:

  • Es gibt kein generelles Recht zum Umtausch von gekauften Waren (insbesondere von Weihnachtsgeschenken).
  • Ein Umtausch ist immer eine Kulanzleistung des Verkäufers.
  • Wirbt der Unternehmer mit dem Umtauschrecht, muss er sich hieran auch festhalten lassen.
  • Geöffnete CDs, DVDs und Computerspiele, Unterwäsche, Bademoden und auch verderbliche Lebensmittel muss der Verkäufer nicht umtauschen.
  • Beim Umtausch immer Kassenbon und Originalverpackung mitnehmen.

Reklamation:

  • Defekte Waren kann man reklamieren. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ab § 434 BGB geregelt.
  • Innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf gilt hier eine Beweiserleichterung für den Kunden, dahingehen, dass der Defekt schon beim Kauf vorlag.
  • Der Kunde kann dann ein neues Produkt ohne Defekt oder eine ordentliche Reparatur (Nachbesserung) verlangen.
  • Bereits benutzte Produkte kann man reklamieren, wenn diese Defekt sind.
  • Reduzierte Ware, die Defekt ist und die mit dem Vermerk „Vom Umtausch ausgeschlossen“ versehen ist, kann man bei Mängeln an der Ware reklamieren.

Widerrufsrecht:

  • Im Internet gekaufte Ware kann man binnen zwei Wochen nach Erhalt der Ware zurückgeben, indem man sein Widerrufsrecht ausübt.
  • Hierzu muss der Widerruf binnen zwei Wochen erklärt oder die Ware zurückgesandt werden.
  • Für Waren, die bei Online-Aktionen erworben wurden, kann die Frist zum Widerruf 1 Monat betragen.
  • Wird keine Widerrufsbelehrung erteilt oder ist diese fehlerhaft, besteht das Widerrufsrechts unbegrenzt fort.

Gutschein:

  • Ein Gutschein hat mindestens drei Jahre Gültigkeit.
  • Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde.
  • Wird die Gültigkeitsdauer durch Allgemeine Geschäftsbedingungen eingeschränkt, ist eine Einschränkung auf 1 Jahr Gültigkeit unwirksam (OLG München vom 17.01.2008)
  • Ein Gutschein ist frei übertragbar und daher so zu behandeln, wie Bargeld.
  • Der Händler, der einen Gutschein ausstellt, muss dem Kunden nur Waren, aber kein Bargeld gegen den Gutschein aushändigen.

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